BMO-Aktuell

Holzbau vs. Kalksandstein-Mauerwerk – wie steht es mit der Ökologie?

Dr. Sebastian Pohl, LCEE-Beratungsinstitut

Wer sich heute für ein Gebäude aus Holz entscheidet, tut dieses meist aus ökologischen Gründen. Holz ist ein nachwachsender Rohstoff.  Aber  sind Gebäude aus  dem nachwachsenden Rohstoff Holz grundsätzlich nachhaltiger als massive Gebäude aus Mauerwerk?

Eine umfassende Nachhaltigkeitsbewertung für eine 50-jährige Lebensdauer von Gebäuden hat jetzt ergeben, dass Holz als Baumaterial nicht ökologischer ist als Stein – dafür aber teurer.
Zu diesem Ergebnis kommen Studien, die am Montag, den 16.01.2017 bei einer Pressekonferenz der Deutschen Gesellschaft für Mauerwerks- und Wohnungsbau (DGfM) auf der Fachmesse BAU in München vorgestellt wurden. Ein Nachhaltigkeits-Check über eine realistische Lebensdauer von 80 Jahren ergab sogar einen ökologischen Vorteil für den Baustoff Stein: „Häuser aus Mauerwerk haben längerfristig je nach Wirkungsindikator sogar eine bessere Öko-Bilanz als Holzhäuser“, sagt Dr. Sebastian Pohl, der sich bei dem LCEE-Beratungsinstitut (Life Cycle Engineering Experts), ein Spin-off der TU Darmstadt, auf die Optimierung der Nachhaltigkeit im Bauwesen spezialisiert hat.
Pohl sieht zudem bei der aktuellen Verbrauchsmenge von Holz in allen Anwendungsbereichen der Energie-, Möbel-, Papier- und Bauindustrie eine „ökologische Gefahr“. Der Wissenschaftler warnt vor einem „Raubbau am Forst“: „Die Situation bei den für Baukonstruktionen entscheidenden Nadelhölzern – insbesondere bei der Fichte – ist problematisch. Die Bundeswaldinventur hat ergeben, dass der Verbrauch hier um 15 Prozent über der natürlichen Nachwachsrate liegt.“
Schon heute sei Deutschland zudem auf enorme Nadelholz-Importe angewiesen – insbesondere für die Bauwirtschaft. Ein Großteil davon komme aus Tschechien und Polen. Pohls Fazit: „Das Holzhaus klingt ökologisch. Aber genauso grün wie Holz und dazu noch günstiger ist ein aus Stein gebautes Haus.“

Weitere Informationen, wie Studien, Berichte und Präsentationen zu dem Thema finden Sie unter http://www.dgfm.de/presse/pressekonferenz-bau-2017.html .


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