10. Wohnungsbau-Tag am 01.03.18 in Berlin

Der Wohnungsmangel stand im Fokus des 10. Wohnungsbau-Tages in Berlin. Auf dem Branchen-Gipfel stellten das Pestel-Institut (Hannover) und die Arbeitsgemeinschaft für zeitgemäßes Bauen (ARGE Kiel) als Bauforschungseinrichtung dazu die Studie „Das Baujahr 2018 im Fakten-Check“ vor. Sie untersucht die Rahmenbedingungen zum Wohnungsbau – vom Wohnungs- bis zum Baulandmangel, von den Baukostentreibern bis zum Stadt-Land-Wohnen.

Die Wissenschaftler mahnen in ihrer Studie einen enormen Mangel an Sozialwohnungen an: Zwischen der Zahl privaten Haushalte, die durch ihr Einkommen grundsätzlich Anspruch auf eine Sozialwohnung hätten, und dem tatsächlichen Angebot klaffe eine „gewaltige Versorgungslücke“.

Der Mangel an Bauland ist, so die Studie, ist ein wesentliches Hemmnis für den Wohnungsbau. Aufgrund der Knappheit sind die Baulandpreise seit 1995 um rund 170 Prozent gestiegen und ein Ende dieser Entwicklung sei gegenwärtig nicht in Sicht. Das Verbändebündnis Wohnungsbau fordert deshalb Bund, Länder und Kommunen auf, Bauland für das bezahlbare Wohnen verbilligt bereitzustellen – und das möglichst rasch.

Ohnehin müssten alle drei Ebenen – Bund, Länder und Kommunen – beim Wohnungsbau wesentlich effektiver an einem Strang ziehen. Das betreffe auch kostentreibende Verschärfungen von Gesetzen und Normen. Baustandards müssten regelmäßig auf ihre Kosten-Nutzen-Wirkung überprüft werden. Ein Preistreiber, den die Studie nennt: das „Energiespar-Diktat“, wodurch die Kosten beim technischen Ausbau von Wohnhäusern seit 2000 um zusätzlich rund 16 Prozentpunkte gestiegen sind. Über einen Zeitraum von 20 Jahren überschritten beim Neubau die Kosten, die auf Änderungen bei der EnEV zurückzuführen seien, die tatsächlich eingesparten Energiekosten bei heutigen Energiepreisen um den Faktor 170 %.

Die von der GroKo im Koalitionsvertrag geplante „Wohnraum-Offensive“ von 1,5 Millionen Neubauwohnungen bis 2021 droht im ersten Jahr ihr Ziel zu verfehlen. So werde es in diesem Jahr nicht gelingen, die jährliche Marke von 375.000 neu gebauten Wohnungen zu erreichen, teilte das Verbändebündnis Wohnungsbau mit. Grund dafür seien Rückgänge bei den Baugenehmigungen im vergangenen Jahr, die gegenüber dem Vorjahr um nahezu 10 Prozent auf 340.000 gesunken sind. Umso wichtiger sei es, die Maßnahmen des Koalitionsvertrages unmittelbar nach der Regierungsbildung unverzüglich umzusetzen.

Ausführliche Informationen zum 10. Wohnungsbautag: www.impulse-fuer-den-wohnungsbau.de